tri-va-ten

Auf Umwegen zum Hund gekommen

 

Während unserer Jahre in Afrika blieb es nicht aus, dass sich vierbeinige Hausgenossen auf die eine oder andere Weise in unserem Haushalt einfanden. Unser erstes Haustier war die aus Mitleid aufgenommene Affendame "Tima", die das gewohnte Leben heftig durcheinander brachte und uns demonstrierte, wie einfach ein Sprung von der Gardinenstange in die Puddingschüssel auf dem Esstisch zu meistern ist. Als wir das Zusammenleben mit ihr ganz gut im Griff hatten, wurde sie entführt bzw. gestohlen, um uns nach einigen Wochen als Fundobjekt gegen Bares wieder angeboten zu werden.

Inzwischen hatte ein Schäferhundmix-Welpe namens "Afro" bereits Einzug bei uns gehalten, da Frauchen ach so traurig war und ein Hund als Hausgenosse einfacher zu halten ist. Nach Tima's ominöser Wiederkehr hatten wir dann zwei nette Tierchen im Haus, die sich prächtig verstanden und allerlei Unfug anstellten. Den Versuch, einen Affen (korrekter eine Meerkatze) zu erziehen, hatten wir sehr schnell ad acta gelegt und bar jeder Kenntnis von Hundeerziehung wuchs Afro total frei zu einem stattlichen Naturburschen heran. Irgendwie muss es uns aber doch gelungen sein, ihm zu vermitteln, was man tun sollte und was nicht, und er hat uns 14 Jahre lang von Afrika über Deutschland nach Kanada und wieder zurück als angenehmer Hausgenosse begleitet. Afro hatte nur eine Marotte: Auf den zahlreichen Flügen hat er es fast immer geschafft, die Flugbox zu zerlegen und auf eigenen Pfoten dem Flieger zu entsteigen. Wenn wir es vermeiden können, möchten wir nie wieder mit Hund fliegen!

Eigentlich wollte ich keinen Hund mehr, nachdem unser Afro in den Hundehimmel gegangen war, aber getreu dem Motto: "Einmal Hund, immer Hund", zog 8 Monate später Jobo (Benny's Duke of Dimple) bei uns ein. Natürlich sind wir viele verschlungene Wege gegangen und viele Zufälle haben mitgespielt, bis wir uns für einen Tibet Terrier entschieden - es sollte ein Lhasa Apso werden aber der Familienrat befand diesen als "zu klein", da wir vorher ja einen "richtig großen Hund" hatten. Tibet Terrier war der Kompromiss, mit dem wir nun seit 16 Jahren sehr angenehm zusammenleben. Leider wurde unser schöner, goldfarbener Jobo nur 1 ½ Jahre alt und die Trauer, dass er nur so kurz leben durfte, war grenzenlos. Familie Schroth, die Züchter von Jobo, griffen uns mit der schwarzen Hündin Silgarhi Fancy Pansy sehr liebevoll unter die Arme und Pansy zog im August 1989 bei uns ein.

Von einem goldfarbenen Rüden träumte ich dann noch etwas über 1 Jahr. Als Xindo von Nama-schu geboren wurde, hielt meine Familie dem sanften Druck nicht mehr stand und seitdem firmiert der inzwischen 13 Jahre alte Herr unter unserer Adresse.

Das beschauliche Leben von Pansy und Xindo hatte schlagartig ein Ende, als 1994 Benny's Loop-Di-Love (besser bekannt als Tiger Lilly oder Saba) zu uns kam. Frauchen trug sich mit Zuchtgedanken und Saba sollte DIEJENIGE werden, WELCHE den Zwinger "Tri-Va-Ten" mit den ersten Welpen beglückt. Es hat geklappt, die Tiger Lilly (inzwischen 9 Jahre alt) hatte zwei schöne Würfe mit insgesamt 12 Welpen. Sie war eine tolle Hundemutter, ist nach Pansy's Tod die Rudelchefin, hat immer noch gehörig Pfeffer im Hintern und regelt den vierbeinigen Haushalt souverän und steht ihrer Tochter Burana als Hundeoma sehr hilfreich zur Seite.

Die Ruhe und Gelassenheit, die Xindo und Saba verbreiten, wird kompensiert von Burana bzw. "dem Raniburi". Sie ist ausgesprochen ruhig und ausgeglichen im Haus, benimmt sich wie das Heideröschen höchstpersönlich, aber wehe, es geht zu den zweimal täglich stattfindenden ausgedehnten Spaziergängen durch Wald und Flur. Raniburi ist Kontrastprogramm pur - keine Pfütze wird ausgelassen, Sturzäcker (je matschiger, desto lieber) sind zum rennen und springen in Mega-Geschwindigkeit da, kein Brombeergebüsch zu stachelig, Kletten in allen Variationen haben magische Anziehungskraft und Weinberge kann man herrlich mäanderförmig durchrasen. Die Hörfähigkeit während solcher Aktionen entspricht dann gleich Null, aber zu ihrer Ehrenrettung muss ich sagen, sie umrundet uns weiträumig und kehrt gaaanz unauffällig von hinten wieder ins Rudel zurück - mit leuchtendem Blick und Zunge bis zum Boden: "Was schaust Du mich so vorwurfsvoll an, ich war doch die ganze Zeit hinter Dir". Man kann ihr einfach nicht böse sein und entfernt halt leicht grummelnd den Matsch und die Kletten wieder aus dem Fell.

Da wir zwar in Großstadtnähe, aber auf dem Land wohnen, gibt es für sie und ihre Gefährten genügend Auslauf und wir genießen die gemeinsamen Spaziergänge sehr. Dagegen können Ausstellungen nicht mithalten, "man" tut es halt ab und zu mal Frauchen zuliebe und ist hocherfreut, wenn man wieder die heimischen Jagdgründe unter den Pfoten hat. Auch ein properer 5-facher Kindersegen hat Rani nicht ruhiger werden lassen, sie ist Lebensfreude in Reinkultur und entfaltet sich zu einem schwarz-grauen Vulkan, sobald sie das Gras des Wickerbachtals unter den haarigen Pranken hat.
So unterschiedlich mein "Kleinrudel" auch zusammengesetzt sein mag, sie ergänzen sich prächtig, sind wundervolle Gefährten, bekannt im Dorf wie "bunte Hunde", gehen mit mir durch Dick und Dünn, vertrauen mir 100 % (worauf ich ziemlich stolz bin) und benehmen sich (meistens), wo immer wir auch sind, gesittet.
Hin und wieder wird natürlich der Versuch unternommen, Frauchen auszutricksen; aber wie langweilig wäre das Zusammenleben ohne diesen gewissen Reibungsprozess und ich muss als "Alpha-Zweibeiner" nur sehr selten in Erscheinung treten. Alles in allem hat es sich gefügt, dass ich "meine Rasse" im Tibet Terrier gefunden habe und alles daransetzen werde, sie so ursprünglich, manchmal stur aber durchaus liebevoll konsequent überzeugbar, unaufdringlich anhänglich und vor allem gesund zu erhalten.

Kind und Hund

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